Erhalt der Trinkwasserqualität erfordert mehr Schutz: Belastungen der Gewässer reduzieren

  • Veröffentlicht am: 26. April 2017 - 21:20
Als Dankeschön für Vortrag und Diskussion überreicht OV-Sprecher Helmut Freitag ein Insektenhotel an Regina Asendorf

Auf Einladung des grünen Ortsverbandes referierte die wasserpolitische Sprecherin der  Landtagsfraktion Regina Asendorf über Maßnahmen zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser. Die gelernte Gärtnerin und Agraringenieurin war langjährige Mitarbeiterin der Landwirtschaftskammer. Sie ist auf einem Hof in Friesland aufgewachsen.

Regina Asendorf stellte die zentrale Rolle der Schadstoffeinträge aus der Landwirtschaft heraus, die zu erhöhten Nitratwerten an vielen Grundwassermessstellen in Niedersachsen führt. Die Oberflächengewässer sind zu 90 % in keinem guten chemischen Zustand. Besondere Probleme gäbe es im Bereich Weser-Ems mit der größten Tierhaltungskonzentration in Europa.

Zur Situation von Trink- und Grundwasser in Barsinghausen hatten die Stadtwerke im Vorfeld der Sitzung einen Fragenkatalog beantwortet. Selbstverständlich gibt es keine Grenzwertüberschreitungen beim Trinkwasser, aber im Rohwasser einiger Brunnen seien Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachweisbar. In den Bächen zeige sich eine Belastung mit Nitrat, die im Einzelfall bis zu 107 mg Nitrat/l beträgt und auch im Durchschnitt mit 19 mg/l, was nach Ansicht Asendorfs zu hoch ist. Deshalb betonen die Stadtwerke die Bedeutung breiter, nicht landwirtschaftlich genutzter Randstreifen an Gewässern als wichtige Maßnahme zum Grundwasserschutz. Die Gewässerrandstreifen haben daneben eine wichtige Funktion für die Ökologie an und in den Gewässern. Deshalb begrüßen auch die Naturschutzverbände den Vorstoß der Landesregierung auf den Gewässerrandstreifen 1. und 2. Ordnung keine Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz mehr zuzulassen.

Dabei sei es für die Landwirte möglich, die ohnehin vorgeschriebenen „Greening-Maßnahmen“ gezielt in Wasserrandstreifen zu verlegen. Die neue Düngeverordnung auf Bundesebene wird die Nährstoffflüsse in Niedersachsen transparent machen und so eine Überdüngung und damit Grundwasserbelastungen in Zukunft verhindern. Für eine natur- und grundwasserschonende Landwirtschaft sei es zwingend, bei den Verhandlungen auf EU-Ebene künftig noch stärker diejenigen Landwirte zu belohnen, die öffentliche Güter und Artenvielfalt schützen und erhalten.

Asendorf lobte die Landwirte für ihre Bereitschaft zur Veränderung. So haben es die Tierhalter in Niedersachsen geschafft, die Landesinitiative zur Halbierung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung in wenigen Jahren umzusetzen. Sie plädiert für einen Dialog mit der Landwirtschaft.

Themen: