Modellprojekte für Tempo 30 an Landesstraßen auch in Barsinghausen möglich

  • Veröffentlicht am: 18. August 2016 - 18:28
Maaret Westphely
Maaret Westphely

Maaret Westphely: Weniger Lärm und Schadstoffe, mehr Gesundheit

Heute (18. August 2016) haben die Grünen im Landtag die Ausweitung von Mobilitätskonzepten mit dem Kern der Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 auch auf innerörtliche Hauptverkehrsstraßen in Niedersachsen beschlossen. Mit ihrem Antrag fordern die Grünen die Landesregierung auf, zusammen mit interessierten Kommunen Modellversuche durchzuführen.

„Unser Antrag versetzt Kommunen und die betroffenen Menschen vor Ort in die Lage, auf Lärm, Schmutz und Gefahren durch den Verkehr auf Durchgangsstraßen selbst Einfluss zu nehmen “, erklärt Maaret Westphely. „Auch in Barsinghausen kann Tempo 30 dabei ein Instrument neben anderen sein, das - an der richtigen Stelle eingesetzt - Lärm und Emissionen reduziert, die Verkehrssicherheit erhöht und Wohn- und Lebensqualität verbessert.“

Die im Oktober vorgesehene Änderung der Straßenverkehrsordnung im Bund zu Tempo 30 würden die Grünen begrüßen. Danach könne Tempo 30 punktuell vor bestimmten Einrichtungen angeordnet werden, zum Beispiel an der Egestorfer Grundschule. „Dieser Schritt in die richtige Richtung reicht aber bei weitem nicht aus“, so Westphely weiter. „Auf ihrem Weg zum Kindergarten, in die Schule oder zum Bus bleiben Kinder und Jugendliche weiterhin den Gefahren durch den Verkehr auf einer Durchgangsstraße ausgesetzt. Tempo 30 bietet sich insbesondere an der Wennigser Straße in Egestorf (L 391) aufgrund der engen, kurvenreichen Strecke an. Für den weiteren Verlauf der L 391 von Barsinghausen bis Egestorf wäre eine ergebnisoffene Bürgerbeteiligung der betroffenen Anlieger denkbar. Die vorhandene kommunale Ortsumfahrung parallel zur L 391 hat bisher nicht für die erwartete Beruhigung gesorgt, da nach wie vor ein erheblicher Teil des Durchgangsverkehrs die alte Trasse benutzt. Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf der alten Ortsdurchfahrt könnte die Akzeptanz der Umfahrung erhöhen und damit eine zusätzliche Entlastung für die Anlieger bringen.“

Den Antrag hatten die Grünen zusammen mit ihrem Koalitionspartner der SPD in den Landtag eingebracht und beschlossen. Die Landesregierung wird in den kommenden Monaten ein Konzept entwickeln. Die Grünen rechnen damit, dass sich Anfang 2017 interessierte Kommunen um ihre Teilnahme an dem Tempo-30-Versuch bewerben können. Der Barsinghäuser Ortsverbandsvorsitzende Helmut Freitag setzt sich dafür ein, dass der neue Rat sich für ein Modellprojekt in Barsinghausen bewirbt.

Den Landtagsbeschluss "CO2-Reduktion, weniger Lärm und Vision Zero mit Tempo 30 - Modellversuche ermöglichen"  hier>>