Vortrag des Unterhaltungsverbandes zu Fließgewässern in Barsinghausen

UHV-Geschäftsführer Jannik Sandner und OV-Vorsitzender Helmut Freitag
UHV-Geschäftsführer Jannik Sandner und OV-Vorsitzender Helmut Freitag

Wasser ist ein unverzichtbares Lebensmittel. Wasser formt aber auch Landschaften, sorgt für die Bewässerung von Äckern oder Gärten. Zu viel Wasser kann Menschen und die Natur bedrohen, ebenso wie zu wenig oder verschmutztes Wasser. „Wasser spielt auch in der Kommunalpolitik eine wichtig Rolle. Die Stadtwerke sind Wasserversorger für Barsinghausen, unser Grundwasser muss geschützt werden. Und auch die Frage, wie Regenwasser in der Landschaft gehalten wird, ohne dass es zu schnell durch Vorfluter und Bäche abgeleitet wird, beschäftigt uns. Deshalb haben wir auch Ende Mai zu einer Mitgliederversammlung zum Themenschwerpunkt Wasser eingeladen“, erklärte der Ortsverbandsvorsitzende der Grünen, Helmut Freitag.

Als Referent war Jannik Sandner, Geschäftsführer und Verbandsingenieur im Unterhaltungsverband (UHV) 53 zu Gast im Grünen Zentrum. Er stellte die Arbeit des UHVs vor, in dessen Einzugsbereich auch die Fließgewässer 2. Ordnung im Barsinghäuser Stadtgebiet liegen – neben dem GLV 52, der ebenfalls einen Teil des Stadtgebietes umfasst. Beide Verbände haben ihren Sitz in der Marktstraße. Sie betreuen circa 480 Kilometer Gewässer auf einer Fläche von fast 100.000 ha. Aufgaben der UHVs sind unter anderem die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Wasserabflusses und die Förderung naturnaher Fließgewässer. Es werden Gewässerränder gemäht, Staus beseitigt, wuchernde Pflanzen, wie Knöterich oder Riesenbärenklau entfernt, aber gleichzeitig geht es in verschiedenen Projekten um die Strukturverbesserung im Gewässerumfeld, um mehr Retentionsraum und Auenentwicklung an Gewässern. Dafür kaufen die Verbände auch Grundstücke. „Unser Etat ist aber dafür überschaubar. Wir versuchen auch mit Projektmitteln des Landes, der Region oder auch der EU kleine Vorhaben umzusetzen. Ein Beispiel ist die Südaue in der Nähe von Groß Munzel. Dort wurden alte Pappelbaumstämme im Uferbereich eingebaut, so dass die Aue anders strömt und nach und nach mäandert“, erläuterte Jannik Sandner. Der UHV plant außerdem die Umgestaltung eines Abschnitts des Bullerbachs unterhalb der Keksfabrik entlang der geplanten Gewerbegebietserweiterung am Calenberger Kreisel. Dort soll der Bach mehr Platz erhalten und vor allem in der Entwicklung nicht gestört werden. „Das Ziel ist, dass das Wasser länger im Gelände bleibt und auch zur Grundwasserbildung beiträgt. Anders als in der Feldmark bei Goltern am Mittelpunkt Barsinghausens wird hier nicht regelmäßig ausgeräumt. Die Fläche bei Großgoltern dient dem Hochwasserschutz und darf deshalb nicht verlanden“, so der Referent.

Helmut Freitag dankte Jannik Sandner für die interessanten Ausführungen, auch zum Niedersächsischen Weg, der unter anderem beinhaltet, dass an jedem Gewässer 2. Ordnung ein Geländestreifen von fünf Meters links und rechts nicht gedüngt werden darf und keine Pestizide eingebracht werden dürfen. Der Ortsverband plant im Spätsommer eine weitere Veranstaltung zum Thema Wasser – dann werden die Grünen zu einer Begehung einer der Gewässer einladen. Dieser Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

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